
Bestehende Rasenflächen richtig bewässern – Tiefe statt Oberfläche
Für ein tiefreichendes Wurzelsystem und eine gute Trockenheitsverträglichkeit sollte bestehender Rasen seltener, dafür jedoch intensiv (durchdringend) bewässert werden. Tägliches, oberflächliches Gießen schwächt die Gräser, da sich die Wurzeln überwiegend in den oberen Bodenschichten entwickeln. Dadurch wird der Rasen anfälliger für Hitze und Trockenperioden.
Ziel jeder Bewässerung ist es, den Boden bis in eine Tiefe von mindestens 15 Zentimetern vollständig zu durchfeuchten. Ob dies erreicht wurde, lässt sich einige Stunden nach der Bewässerung mit einer Spatenprobe kontrollieren.
Wann und wie viel bewässern?
Der tatsächliche Wasserbedarf hängt von Temperatur, Bodentyp, Pflanzenbestand und Pflegezustand der Rasengräser ab.
- Wassermenge: pro Bewässerungsgang 15 bis 20 Liter Wasser je Quadratmeter ausbringen.
- Sandige Böden speichern weniger Wasser und benötigen häufiger Nachschub, lehmige Böden können Feuchtigkeit länger halten.
- Bewässerungsfrequenz bei Hitze: In der Regel genügt eine intensive Bewässerung pro Woche.
- Bei dauerhaften Temperaturen über 30 °C sollte die Häufigkeit auf zwei bis maximal drei Bewässerungsgänge pro Woche erhöht werden.
Der optimale Zeitpunkt
Die beste Zeit für die Rasenbewässerung liegt im Sommer zwischen 3:00 und 8:00 Uhr morgens.
Vorteile der morgendlichen Beregnung:
- Geringe Verdunstungsverluste
- Weniger Windabdrift
- Reduziertes Risiko für Pilzerkrankungen
Eine Bewässerung am späten Abend hält die Grasnarbe über viele Stunden feucht und kann die Entwicklung sowie Ausbreitung von Pilzkrankheiten fördern.
Praxistipps
Tritt-Test
Bleiben Fußabdrücke nach dem Betreten sichtbar, leidet der Rasen bereits unter beginnendem Wasserstress.
Dunkelfärbung
Dunklere Bereiche der Rasenfläche weisen häufig auf zunehmenden Trockenstress hin.
Regenmesser verwenden
Stellen Sie Gefäße auf der Fläche auf. Ein Füllstand von 15 bis 20 Millimetern entspricht der empfohlenen Wassermenge von 15 bis 20 Litern pro Quadratmeter.
